Kulturindustrie. Band 15 Bibliothek dialektischer by Roger Behrens

By Roger Behrens

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Praxisbuch Energiewirtschaft: Energieumwandlung, -transport und -beschaffung im liberalisierten Markt

Dieses Buch stellt technisches und wirtschaftliches Wissen ? ber die Energiewirtschaft zur Verf? gung - vor allem f? r die Entwicklungsphase von Energieprojekten. Es behandelt folgende Themen: Die Gewinnung von Prim? renergie und die Preisbildung im Wettbewerbsmarkt Die Beschaffung leitungsgebundener Energie im liberalisierten Markt und die Funktionsweise der Energieb?

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Früher musste bei der Zigarettenwerbung noch Reklame fürs Rauchen gemacht werden; heute ist jede Zigarettenwerbung auch Reklame gegen das Rauchen. Das zu durchschauen, ist Teil der Kampagne, die den Raucher nicht nur ans Produkt, sondern an die Gesellschaft insgesamt bindet. So ist die junge Frau für die Konsumenten in der Popkultur prototypisch, die keine Zigarettenpackungen mit der Aufschrift »Rauchen lässt die Haut altern« nimmt, sondern lieber eine auf der »Rauchen kann tödlich sein« steht.

Denken nach Auschwitz, Frankfurt/Main 1988, 242ff. 45 sammengestellt, sondern auch die Abschiebeknäste für unerwünschte Migranten. Vor ihnen formiert sich der brandschatzende Mob der neofaschistischen Jugendlichen. Hier setzt sich unheilvoll die Dialektik der Aufklärung fort. So falsch es ist, Kulturindustrie faschistisch zu nennen, so sehr gilt es, die Logik der faschistischen Gesellschaft zu reflektieren: Auch der Nationalsozialismus formierte sich als Kulturindustrie, blieb keineswegs hinter der modernen Massenkultur zurück.

In solcher Wiederholung stirbt der Wahrheitsgehalt der Kunst ab; sie befördert keine ästhetische Erfahrung mehr, die sich der bestehenden Ordnung, dem Gewohnten verweigert, verliert ihren Vorschein einer utopischen Wahrheit, dass eine andere Welt möglich wäre; ästhetischer Schein provoziert nicht mehr den Erkenntnischarakter der Kunst, das gesellschaftlich Unwahre, sondern im ästhetischen Schein instrumentalisierter Kunst wird die bestehende Ordnung immer wieder als Ganze bestätigt. »Das Prinzip der idealistischen Ästhetik, Zweckmäßigkeit ohne Zweck, ist die Umkehrung des Schemas, dem gesellschaftlich die bürgerliche Kunst gehorcht: der Zwecklosigkeit für Zwecke, die der Markt deklariert« (GS 3/ 181).

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