Kultur und Autonomie: Ein Beitrag zur by Cyrus Achouri

By Cyrus Achouri

Gegenwärtig gilt die Auseinandersetzung des Westens mit dem Islam als eine der herausforderndsten politischen und kulturellen Aufgaben. Cyrus Achouri stellt gängige Kulturklischees in Frage und betrachtet die orientalische und abendländische Kultur unter dem Gesichtspunkt, ob das „autonome“ Individuum eine abendländische Erfindung ist und ob es unabdingbar für die Demokratie ist. Der Autor führt gemeinsame kulturelle Grundlagen von Abendland und Orient an, um zu zeigen, dass Konflikte meist nicht kulturelle, sondern politische Gründe haben und begründet die Autonomie des Individuums nicht allein kulturell, sondern mit systemtheoretischen Argumenten der biologischen Selbstorganisation.

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Rheinschiffahrt 1913–1925: Ihre Wirtschaftliche Entwicklung unter dem Einfluss von Weltkrieg und Kriegsfolgen

Dieser Buchtitel ist Teil des Digitalisierungsprojekts Springer booklet files mit Publikationen, die seit den Anfängen des Verlags von 1842 erschienen sind. Der Verlag stellt mit diesem Archiv Quellen für die historische wie auch die disziplingeschichtliche Forschung zur Verfügung, die jeweils im historischen Kontext betrachtet werden müssen.

Beschaffung und Lagerung: Betriebswirtschaftliche Grundfragen der Materialwirtschaft

Unternehmerisches Denken in der Beschaffung setzt voraus, dass die Be schaffung im Betrieb nicht nur als verwaltungstechnischer Vorgang, son dern vor allem als marktbezogene Tatigkeit aufgefasst wird. Die vom Be schaffungsmarkt abhangigen Chancen und Risiken konnen in ahnlicher Weise wie die vom Absatzmarkt abhangigen eingeschatzt und bewusst in das betriebliche Erfolgs-(Gewinn-)streben eingespannt werden.

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Anders als das untertänige Lebewesen von heute, fing das Vieh damals an, mit Gott zu streiten. Doch damit nicht genug: Es scheint rhetorisch überlegen gewesen zu sein, denn Ahura Mazda sichert dem Vieh daraufhin nicht nur die Erlassung aller Sünden zu, sondern verbietet auch den Fleischkonsum. Grund: Die Sünden des Tiers gingen im Verzehr auf den Verzehrenden über. 71 Dieses Mitleid gegenüber Tieren wird der Islam ablegen. Bei der Pilgerfahrt von Mekka etwa werden von allen Pilgern Schaf-, Ziegen- und Kamelopfer dargebracht, indem den Tieren vom Schlachter oder dem Pilger selbst die Kehle durchschnitten wird.

Auch die persischen Derwische waren Asketen, die meist nur ein Wolltuch wie die Armen in der Bevölkerung trugen. Wie in der christlichen Mystik orientiert sich auch die islamische Mystik der Sufis an Introspektion, Gefühl und Fertigkeiten. Theologische, abstrakte Gedanken, wie in der orthodoxen Religion üblich, sind ihr fremd. Das erklärt, warum islamische Orthodoxe den Sufismus häufig als antiintellektuell, irrational, obskur und abergläubisch abwerten. Zwar kennt auch der Mystiker die Askese, die „Traurigkeit des Verzichts“,81 und Sufis verstehen den Kampf gegen die eigenen Schwächen als den höchsten `Dschihad´, also als `Krieg gegen sich selbst´.

Ursprünglich kommt der Begriff Assassin vom arabischen ζϴθΣ ( ašƯš = Hanf; ašƯšiyyƯn = die Haschichkämpfer) und das kommt nicht von ungefähr: Der Anführer der Sekte, Hasan-e Sabbah erzeugte den Todesmut der Kämpfer angeblich durch eine List: Er betäubte sie mit Haschisch und ließ sie in einen wundervoll gestalteten Garten hinter der Burg bringen und von schönen Sklavinnen verwöhnen. Aus dem Rausch erwacht, überzeugte er sie davon, dass sie das Paradies gesehen hätten, in das sie nach ruhmreichem Kampf eingehen würden.

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