Kartelle, Kartellorganisation und Kartellpolitik by Leopold Mayer

By Leopold Mayer

Das Schwergewicht der deutschsprachigen Kartelliteratur der letzten 20 Jahre lag auf der Behandlung der gesamtwirtschaftlichen Problematik der Kartelle. Betriebswirtschaftlich ausgerichtete Abhandlungen zur Kartellfrage finden sich lediglich vereinzelt Uber Spe zialprobleme, was once im Hinblick darauf, dass sich die Kartelle wahrend des zweiten Welt krieges von privatwirtschaftlich orientierten und organisierten Unternehmerzusammen schlussen zu Lenkungsorganen der staatlichen Wirtschaftspolitik wandelten und nach Kriegsende die Kartelle in Deutschland Uberhaupt verboten waren, verstandlich erscheint. Der starke Einfluss der kartellfeindlichen amerikanischen Wirtschaftsauffassung und Wirt schaftspolitik auf die im Grund eher kartellfreundliche Mentalitat in den wichtigsten Wirtschaftslandern Europas loste hingegen heftige Diskussionen Uber die zweckmassigste Gestaltung der staatlichen Kartellpolitik aus, die in einer Reihe von Landern in Kartell gesetzen ihren Niederschlag fanden; insbesondere in der Deutschen Bundesrepublik ent-. wickelte sich diese Frage in den letzten Jahren zu einern Zentralproblern der Wirt schaftsverfassungspolitik. Es steht wohl ausser Zweifel, dass die BlUtezeit des Kartellwesens, die in die ersten drei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts fallt, vorUber ist. Die allgemeinen wirtschaftlicqen Voraussetzungen und Auffassungen sowie die wirtschaftlichen und politischen Macht verhaltnisse haben sich in der Zwischenzeit zu sehr gewandelt. Auch durfte die zu nehmende wirtschaftliche Zusammenarbeit der europaischen Staaten einer Kartellbil dung Grenzen se

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Rheinschiffahrt 1913–1925: Ihre Wirtschaftliche Entwicklung unter dem Einfluss von Weltkrieg und Kriegsfolgen

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Beschaffung und Lagerung: Betriebswirtschaftliche Grundfragen der Materialwirtschaft

Unternehmerisches Denken in der Beschaffung setzt voraus, dass die Be schaffung im Betrieb nicht nur als verwaltungstechnischer Vorgang, son dern vor allem als marktbezogene Tatigkeit aufgefasst wird. Die vom Be schaffungsmarkt abhangigen Chancen und Risiken konnen in ahnlicher Weise wie die vom Absatzmarkt abhangigen eingeschatzt und bewusst in das betriebliche Erfolgs-(Gewinn-)streben eingespannt werden.

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2) Literatur Reichert, Die Kartellgesetze der Welt, Berlin 1935 (Abdruck der übersetzten Gesetzestexte); Isay, Die Geschichte der Kartellgesetzgebungen, Berlin 1955 (Untersuchung der Grundlagen); Lehnich, Die Wettbewerbsbeschränkung, Köln-Berlin 1956 (Entwicklung des Kartellrechts in DeutSchland); Zeitschriften "Die Kartellrundschau" (bis 1943) und "Wirtschaft und Wettbewerb" (ab 1950). (3) In den Rechtsordnungen des Mittelalters waren verschiedentlich staatliche und religiöse Vorschriften gegen übermäßige Gewinne enthalten, die vor allem darauf abgestellt waren, soziale Ungleichheit innerhalb des gleichen Standes zu vermeiden.

42) A. a. , S. 89; er zieht die erste Methode gegenÜber jener der "punktuellen" Eingriffe unter anderem auch aus verwaltungstechnischen Gründen vor. (43) vgl. auch Wolfers (Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Bd. 180/2, L~ipzig-München 1932), der jedoch zu bedenken gibt, daß dies Außenseitern Ihre Politik auf Kosten des Kartells erleichtert. Böhm (Kartelle und Krise, Wirtschaft und Wettbewerb 1954, S. 374) wendet gegen dieses Mittel ein, daß es bei aufsteigender Konjunktur, wenn man es brauche, nicht wirkt, wohl aber in der Krise, in der den Kartellen aber wieder nützliche Funktionen zugeschrieben werden (vgI.

Auch S. ). (27) Das österreichische Kartellgesetz 1951 ist ein reines Kartellgesetz, während das englische und amerikanische Kartellrecht sowie das neue deutsche Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen den Charakter eines Antitrustrechts haben. Das deutsche Gesetz bezieht sich auch auf oligopolistische Marktsituationen. (§ 22, Abs. ) (28) Das Shermangesetz gibt beispielsweise keine Handhabe Zur Beschlagnahme von Trustvermögen. Es kann nur die Auflage erteilt werden, solche Gebilde in einem vernünftigen Zeitraum durch Verkauf aufzulösen.

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