Erinnerungen einer Überflüssigen by Lena Christ

By Lena Christ

Die Klassiker der deutschen und weltweiten Literatur in einer einzigartigen Reihe. Lesen Sie die besten Werke gro?er Schriftsteller und Autoren auf Ihrem Kindle Reader. electronic ?berarbeitet und in allerbester Qualit?t.1912 erschien mit Hilfe von Ludwig Thoma Christs Roman „Erinnerungen einer ?berfl?ssigen“. Darin schildert sie in ungew?hnlich deutlichen Worten ihr Leben, das zerr?ttete Verh?ltnis zu ihrer Mutter und die menschlichen und sexuellen Trag?dien ihrer Ehe. Das Buch hatte gro?en Erfolg auf dem Markt und erzielte gute Kritiken. (aus wikipedia.de)

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Hast du dieser Begierde nachgegeben? Wann, wo, wie oft, wie lange hast du dich bei dieser Sünde aufgehalten? - Hast du das mit dem Finger, mit der Hand oder mit einem fremden Gegenstand getan? - Hast du mit andern Kindern Unkeuschheit getrieben? - Wie habt ihr das gemacht? - Hast du Tieren zugesehen, wenn sie Unreines taten? « Als der Herr Kooperator das erste Mal so fragte, erschrak ich heftig; denn, wie gesagt, wußte ich von manchem dieser Dinge noch gar nichts und schämte mich sehr. Mit jeder neuen Beichte aber verlor sich diese Scham mehr und mehr; besonders, seit er mich in der Religionsstunde des öfteren aufforderte, ihn zu besuchen, unter dem Vorwand, ihm etwas zu bringen, wobei er dann in seiner Wohnung mich unter Hinweis auf die letzte Beichte wieder bis ins einzelne über diese Dinge ausfragte.

Geliebt hat mich meine Mutter nie; denn sie hat mich weder je geküßt noch mir irgendeine Zärtlichkeit erwiesen; jetzt aber, seit der Geburt ihres ersten ehelichen Kindes, behandelte sie mich mit offenbarem Haß. Jede, auch die geringste Verfehlung wurde mit Prügeln und Hungerkuren bestraft, und es gab Tage, wo ich vor Schmerzen mich kaum rühren konnte. Der Hunger, den ich zu leiden hatte, und der Umstand, daß ich in der Früh selten ein Frühstück bekam, veranlaßten mich, Trinkgelder, die ich von den Leuten für das Fleischbringen erhielt, oder auch etliche Pfennige von dem Betrag für das gelieferte Fleisch zu nehmen und mir Brot dafür zu kaufen.

Als wir nach Adling kamen, fuhren sie bei der Schmiedin grad mit dem Wagen fort, um Heu einzuführen. Wir meinten, jetzt würden sie recht lang ausbleiben; darum stieg ich und einer der Buben auf den Baum, während die andern drunten Hüte und Schürzen aufhielten und unaufhörlich schrien: »Schmeißt’s amal oa oba! « denn wir zwei saßen droben und aßen, und erst als uns der Bauch weh tat, warfen wir auch den andern etwas hinunter. « und damit nahmen die andern Reißaus. Zum Hinuntersteigen war es aber schon zu spät; denn der Knecht kam scho daher und rief: »Ja, natürli, d’ Handschuastalena halt!

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