Die Einkaufsgenossenschaften des Handwerks in der by Hans-Jürgen Brink

By Hans-Jürgen Brink

Problemstellung Die Geschichte der Kooperation ist die Geschichte der "Hilfe zur Selbsthilfe." Dieses Prinzip der Selbsthilfe wurde zum konstituierenden aspect der Genossen schaftsbewegung als replacement zur staatlichen Schutzpolitik; es qualifiziert sich dadurch, dass der Grundsatz der unternehmerischen Selbstandigkeit gewahrt wer den soll. Wenn neue Kooperationsformen 1 diskutiert werden, erscheint es von besonde rem Interesse, sich uber die einzelwirtschaftliche und gesamtwirtschaftliche Wirk samkeit der schon bestehenden Kooperationsformen Klarheit zu verschaffen und gegebenenfalls zu uberlegen, ob und durch welche Modifizierungen dieses Instru ment verbessert werden kann. Diese spezielle Frage soll hier am Beispiel der Ein kaufsgenossenschaften untersucht werden. Diese stellen innerhalb des Genossen schaftswesens eine bedeutende Gruppe dar. Sie umfassen im wesentlichen die Ein kaufsgenossenschaften der Handwerker 2, die Einkaufsgenossenschaften von Handlern (Gross- und Einzelhandel), die Einkaufsgenossenschaften der Landwirte, die Verbrauchergenossenschaften, die Einkaufsgenossenschaften der Industrie, die Beschaffungsgenossenschaften des Verkehrs (Kraftverkehr und Binnenschiffsver kehr) sowie die Einkaufsgenossenschaften freier Berufe. Wahrend fur die Einkaufsgenossenschaften des Handels, der Landwirtschaft und fur die Verbrauchergenossenschaften zahlreiche Literatur vorhanden ist, liegt fur die genossenschaftlichen Selbsthilfeeinrichtungen des Handwerks in Deutschland keine eingehende Einzelveroffentlichung vor. In der vorliegenden Arbeit wird da her der Versuch unternommen, diese Lucke zu schliessen. Mit der ausfuhrlichen Dar stellung der Entwicklung, Struktur, service provider und Arbeitsweise der Einkaufs genossenschaften des Handwerks soll gezeigt werden, mit welchen Mitteln diese dazu beitragen konnen, dem handwerklichen Klein- und Mittelbetrieb in der Markt wirtschaft seine Existenzfahigkeit zu siche

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Beschaffung und Lagerung: Betriebswirtschaftliche Grundfragen der Materialwirtschaft

Unternehmerisches Denken in der Beschaffung setzt voraus, dass die Be schaffung im Betrieb nicht nur als verwaltungstechnischer Vorgang, son dern vor allem als marktbezogene Tatigkeit aufgefasst wird. Die vom Be schaffungsmarkt abhangigen Chancen und Risiken konnen in ahnlicher Weise wie die vom Absatzmarkt abhangigen eingeschatzt und bewusst in das betriebliche Erfolgs-(Gewinn-)streben eingespannt werden.

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In dieser Legaldefinition des § 1 GenG kommt bereits das Wesen der Genossenschaft zum Ausdruck, wie es von der wissenschaftlichen Forschung herausgearbeitet wurde: Die konstitutiven Merkmale der Genossenschaft sind einmal die Doppelnatur der Genossenschaft als Personenvereinigung und Gemeinschaftsbetrieb 105 und zum anderen der der Genossenschaft erteilte Auftrag zur Förderung der Mitglieder, den Henzler 106 als den »Grundauftrag" der Genossenschaft bezeichnet. Wir haben es also hier mit einer Gesellschaftsform besonderer Art zu tun, die weder eine reine Personengesellschaft noch eine reine Kapitalgesellschaft ist, sondern zwischen beiden Organisationsformen stehend die Vorteile beider Typen in sich vereinigt.

Die ZEMA beliefert die Einzelgenossenschaften mit allen den von diesen gehandelten Rohstoffen und Waren. Zu diesem Zweck schließt die ZEMA mit den Lack- und Farbenherstellern Lieferabkommen ab und verschafft so ihren Mitgliedergenossenschaften durch den zusammengefaßten Bedarf günstige Lieferbedingungen. Die Abwicklung der Geschäfte mit ihren Mitgliedern erfolgt nahezu ausschließlich im Wege des Vermittlungsgeschäftes ohne übernahme der Delkredere50 51 52 53 Betriebsvergleich der Malergenossenschaften für das Jahr 1963, Blatt I, erstellt von der Zentralgenossenschaft des Malerhandwerks (ZEMA), Essen.

Der Maler legt in der Regel als letzter Hand an den Bau und muß somit meist am längsten auf die Bezahlung warten, so daß er oft nicht in der Lage ist, seine eigenen Warenschulden rechtzeitig gegenüber seiner Genossenschaft zu regulieren 51. Im Sortiment der Malergenossenschaften haben sich nach dem Kriege einige Veränderungen ergeben. Durch neue Werkstoffe - wie z. B. Fußbodenbeläge aus Kunststoff oder Wandplatten - sind dem Malerhandwerk wesentliche Arbeitsgebiete verlorengegangen. Die Genossenschaften betrachten es als ihre vordringliche Aufgabe, durch Aufnahme von Kunststoff- und Teppichbodenbeläge in ihr Sortiment und durch Beratung und Schulung der Mitglieder in der Bearbeitung und Verlegung der neuen Werkstoffe, diese Arbeiten dem Malerhandwerk wiederzugewinnen.

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