Die berufliche Geschlechtersegregation in Deutschland: by Anne Busch

By Anne Busch

​Auf dem deutschen Arbeitsmarkt erweist sich die berufliche Geschlechtersegregation als erstaunlich stabil. Sie gilt zudem als wichtige size sozialer Ungleichheit zwischen Frauen und Männern im Erwerbsleben. Daher bedarf es einer wissenschaftlichen Klärung jener zeitlichen Persistenz sowie der Folgen der Segregation für geschlechtsspezifische Chancendisparitäten. Unter Anwendung verschiedener Theorieperspektiven und neuerer Methoden der Längsschnittanalyse untersucht Anne Busch Ursachen jener Segregation, Mechanismen ihrer Reproduktion im Erwerbsverlauf sowie die Folgen für den "gender pay gap". Wirkungszusammenhänge sucht sie dabei sowohl auf der person- als auch auf der Berufsebene. Die Ergebnisse machen deutlich, dass neben Präferenzen, Humankapital und Institutionen vor allem sozialpsychologische Prozesse der Statusdifferenzierung auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle für Gründe und Folgen der Segregation spielen. Insbesondere kommen offenbar geschlechtlich konnotierte Kompetenz- und Leistungserwartungen zum Tragen, welche einem Abbau der Segregation und ihrer Folgen entgegenstehen.

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Auch Jugendliche in Deutschland mit hohen sozialen Berufswerten planen, in einen signifikant „weiblicheren“ Beruf zu gehen. 4 Forschungslücken und spezifische Untersuchungsfragen 49 dieser speziellen Untersuchungsgruppe extrinsische Berufswerte nur für Frauen, nicht für Männer die Berufsaspiration in Richtung eines Männerberufes (Busch 2011). Diese Studie bezieht gleichzeitig die intergenerationale Transmission in die Analysen ein und zeigt, dass die Berufswünsche für geschlechtstypische Berufe vom Geschlechterrollenverhalten der Eltern abhängig sind.

Jener Begriff beschreibt die Einbettung von Individuen in soziale Beziehungen und die Abhängigkeit individueller Lebensverläufe von denjenigen anderer Personen im Netzwerk. Die individuelle Einbettung in die Herkunftsfamilie spielt hierbei eine zentrale Rolle (vgl. 7 Die Forschung für den US-amerikanischen Arbeitsmarkt weist eine intergenerationale Transmission von Geschlechterrollen im Allgemeinen und beruflichen Präferenzen im Speziellen nach. Einige dieser Studien verwenden elterliche Geschlechterrollen direkt als Messinstrumente, andere verwenden indirekte Indikatoren zum Erwerbsverhalten der Eltern.

So können sie zwar erklären, warum Frauen und Männer unterschiedliche Berufe wählen. Sie konkretisieren aber weder den historischen Entstehungsprozess sowie die Mechanismen der gesellschaftlichen Reproduktion dieser unterschiedlichen Präferenzen. Das birgt die Gefahr, die unterschiedlichen Präferenzen unhinterfragt als „Ausgangszustand“ und damit als Eigenverantwortlichkeit der Individuen zu bewerten – mit der Konsequenz, die sich daraus ergebenden Geschlechterungleichheiten im Erwerbsleben als legitim zu erachten.

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