Bedeutung und Notwendigkeit: Eine Studie zur Semantik und by Rudolf Carnap, Wilhelm Bader

By Rudolf Carnap, Wilhelm Bader

Nach der Bedeutungsanalyse ist der zweite in dies em Buch eror terte Hauptgegenstand die modale Logik, d. h. die Theorie der Modalitaten, wie Notwendigkeit, Zufalligkeit, Moglichkeit, Unmog lichkeit usw. Verschiedene Systeme der modalen Logik sind von ver schiedenen Autoren vorgeschlagen worden. Es scheint mir jedoch, daiS es nicht moglich ist, ein befriedigendes approach zu konstruieren, bevor die Bedeutungen der Modalitaten geniigend klargestellt sind. Ich glaube ferner, daiS diese Klarstellung am besten dadurch erfolgen kann, daiS jeder der modalen Begriffe mit einem entsprechenden semantischen Begriff (z. B. Notwendigkeit mit L-Wahrheit) in Kor relation gebracht wird. Es wird sich zeigen, daiS diese Methode auch zu einer Klarung und Ausschaltung gewisser Ratsel fiihrt, auf die Logiker im Zusammenhang mit den Modalitaten gestoiSen sind. 1m Vorwort des zweiten Bandes der "Studies in Semantics" kiindigte ich meine Absicht an, als nachsten Band ein Buch iiber modale Logik zu veroffentlichen, das unter anderem syntaktische und seman tische Systeme, die Modalitaten mit Quantifizierung kombinieren, enthalten sollte. Das vorliegende Buch ist jedoch noch nicht die voll standige Erfiillung dieses Versprechens; es enthalt nur Analysen und Erorterungen von Modalitaten, welche die Konstruktion von moda len Systemen einleiten. Die Systeme selbst werden hier nicht geboten. In einem an anderer Stelle veroffentlichten Artikel (siehe Bibliogra phie) habe ich einen Kalkiil und ein semantisches procedure, das Moda litaten mit Quantifizierung verkniipft, dargelegt und einige der diese Systeme betreffenden Ergebnisse zusammengefaiSt. Eine umfassen dere Darstellung der schon gefundenen und noch zu findenden Ergebnisse muiS fiir ein anderes Mal zuriickgestellt werden.

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Die Eigenschaften Blau, Heig, Hart und ahnliche), sondern auch fur quantitative (z. B. B. die Eigenschaft Onkel Von Jemandem), fur raumzeitliche Eigenschaften (z. B. die Eigenschaft Norden Von Chicago) und andere. Es ist wichtig, festzuhalten, was hier nicht mit dem Ausdruck "Eigenschaft" gemeint ist. Erstens bezieht er sich nicht auf sprachliche Ausdrucke; auf das Symbol "H" und das entsprechende Wort "menschlich" wenden wir den Ausdruck "Pradikator" und nicht "Eigenschaft" an; mit einer Eigenschaft meinen wir vielmehr, was durch einen Pddikator (vom Grade eins) ausgedruckt wird.

4-5. " 4-6. " In diesen Beispielen scheinen die Ausdriicke "Eigenschaft" und "Klasse" unnotig zu sein, da es Formen gibt, welche diese Ausdriicke vermeiden (4-1 und 4-4). So kann man die wichtige Frage stellen, ob die Semantik nicht ganzlich ohne diese Ausdriicke auskommen konnte. Wir werden sie jedoch zuerst einmal, sozusagen unkritisch, iibernehmen und uns nur bestreben, ihren iiblichen Gebrauch exakter und konsequenter zu machen. ). So ist unsere gegenwartige Annahme der zwei mehr expliziten Obersetzungsformen nur die Einfiihrung von zwei Sprechweisen; sie impliziert keineswegs die Anerkennung von zwei gesonderten Arten von Wesenheiten-Eigenschaften auf der einen Seite, Klassen auf der andern.

Nichtsdestoweniger ist dieser Ausdruck nicht sinnlos. Er ist ein richtiggebildeter Pradikator; er driickt die Eigenschaft Menschlich und Nichtmenschlich aus 11. Wir werden sowohl yom Pradikator als auch der Eigenschaft sagen, dag sie L-Ieer (logisch leer) sind. [Es gibt nur eine L-Ieere Eigenschaft, obwohl es viele leere Eigenschaften gibt. h. ] Der Gebrauch des Ausdrucks " Relation " in diesem Buch ist dem des eben erklarten Ausdrucks "Eigenschaft" analog. Eine Relation ist weder als eine geistige Entitat noch als ein Ausdruck gedacht, sondern vielmehr als etwas, das durch gewisse Designatoren ausgedriickt wird, namlich Pradikatoren des Grades zwei oder mehr, und das objektiv fiir zwei oder mehr Dinge gel ten kann.

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